Im Alltag tauchen immer wieder Situationen auf, in denen ein sauberes Dokument den Unterschied macht: jemandem eine Vollmacht erteilen, eine Schuld festhalten, für den Fall der Urteilsunfähigkeit vorsorgen oder eine Zahlung belegen. Solche Papiere wirken banal, sind aber im Streit- oder Ernstfall genau der Beweis, auf den es ankommt. Diese Vorlagen sind auf typische Schweizer Abläufe ausgerichtet und orientieren sich am OR und am ZGB.
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Wann sollten Sie diese Vorlagen verwenden?
Wenn jemand in Ihrem Namen handeln soll. Eine Vollmacht erlaubt es einer Vertrauensperson, für Sie zu unterschreiben, ein Konto zu verwalten oder ein Geschäft abzuschliessen. Entscheidend ist, den Umfang klar zu umschreiben — eine zu weite Vollmacht ist genauso riskant wie eine zu enge.
Wenn Sie eine Schuld festhalten wollen. Eine Schuldanerkennung dokumentiert, wer wem wie viel schuldet. Sie schafft Klarheit zwischen den Parteien und ist im Betreibungsverfahren ein starkes Beweismittel.
Wenn Sie für den Ernstfall vorsorgen. Mit einem Vorsorgeauftrag bestimmen Sie, wer Sie vertritt, falls Sie urteilsunfähig werden. Das ist eine schweizerische Besonderheit des ZGB und erspart Ihren Angehörigen viel Aufwand mit der Erwachsenenschutzbehörde.
Wenn Sie etwas bestätigen oder belegen müssen. Ob Wohnsitzbestätigung, Quittung oder eine Erklärung gegenüber einer Behörde: Ein klares Schreiben verhindert Rückfragen und beschleunigt das Verfahren.
Was Sie in dieser Kategorie finden
- Vollmachten: General- und Spezialvollmachten für Bank, Behörden, Umzug oder einzelne Geschäfte.
- Schuldanerkennungen: einfache und qualifizierte Anerkennung mit Betrag, Grund und Rückzahlung.
- Vorsorgeauftrag: damit Sie selbst bestimmen, wer Sie bei Urteilsunfähigkeit vertritt.
- Bestätigungen und Erklärungen: Wohnsitzbestätigung, Erklärungen gegenüber Behörden, einfache Bescheinigungen.
- Quittungen und Zahlungsbestätigungen: klarer Nachweis über Betrag, Zweck und Datum.
- Schreiben und Mahnungen: Zahlungsaufforderungen, Vereinbarungen und formelle Mitteilungen.
Rechtsrahmen und Stolperfallen
Viele dieser Dokumente stützen sich auf das Obligationenrecht. Die Stellvertretung ist in den art. 32 bis 40 OR geregelt: Eine Vollmacht wirkt im Aussenverhältnis genau so weit, wie sie formuliert ist. Wer den Umfang nicht klar fasst, riskiert, dass Geschäfte ungewollt gebunden werden oder umgekehrt nicht zustande kommen. Eine Vollmacht kann zudem grundsätzlich jederzeit widerrufen werden (art. 34 OR). Für einzelne Geschäfte gelten Formvorschriften — der Kauf eines Grundstücks etwa verlangt eine öffentliche Beurkundung, also auch eine entsprechend beurkundete Vollmacht.
Die Schuldanerkennung steht in art. 17 OR. Sie ist auch dann gültig, wenn der Rechtsgrund nicht genannt wird, und kehrt im Streit die Beweislast um. Eine klare Schuldanerkennung mit Betrag und Datum ist im Betreibungsverfahren ein Rechtsöffnungstitel und damit deutlich mehr wert als eine mündliche Zusage. Achten Sie auf präzise Angaben, sonst entsteht Streit über das, was eigentlich geschuldet ist.
Beim Vorsorgeauftrag ist die Form entscheidend (art. 360 ff. ZGB). Er muss entweder vollständig von Hand geschrieben, datiert und unterzeichnet oder öffentlich beurkundet sein (art. 361 ZGB) — sonst ist er ungültig. Wirksam wird er erst, wenn die Erwachsenenschutzbehörde (KESB) die Urteilsunfähigkeit feststellt und den Auftrag validiert. Ein formfehlerhafter Vorsorgeauftrag nützt im entscheidenden Moment gar nichts, deshalb lohnt sich hier besondere Sorgfalt.
Warum unsere Vorlagen
- Juristisch abgestimmt auf Schweizer Recht (OR und ZGB), mit den richtigen Formhinweisen.
- Regelmässige Aktualisierung, damit Vorgaben zu Form und Inhalt aktuell bleiben.
- Von Juristen geprüft, mit Fokus auf Klarheit und Beweiskraft.
- Sofort nutzbar als PDF und Word, damit Sie unterschriftsreif arbeiten oder anpassen können.
- Praktische Struktur: Felder und Hinweise, die typische Formfehler verhindern.
Häufige Fragen
Muss eine Vollmacht notariell beglaubigt werden?
In der Regel nicht. Für die meisten Alltagsgeschäfte genügt eine schriftliche Vollmacht. Eine öffentliche Beurkundung ist nur dort nötig, wo das Geschäft selbst diese Form verlangt, etwa beim Kauf eines Grundstücks.
Was ist ein Vorsorgeauftrag und brauche ich ihn?
Mit einem Vorsorgeauftrag bestimmen Sie im Voraus, wer Sie vertritt, falls Sie urteilsunfähig werden (art. 360 ff. ZGB). Ohne ihn entscheidet die KESB. Gerade für Selbständige, Paare ohne Trauschein und Alleinstehende ist er sehr empfehlenswert.
Ist eine handschriftliche Schuldanerkennung gültig?
Ja. Eine Schuldanerkennung ist nach art. 17 OR auch ohne Angabe des Rechtsgrundes gültig. Wichtig sind klare Angaben zu Betrag, Parteien und Datum sowie die Unterschrift der schuldenden Person.
Kann ich eine erteilte Vollmacht wieder zurücknehmen?
Ja, eine Vollmacht kann grundsätzlich jederzeit widerrufen werden (art. 34 OR). Informieren Sie sowohl die bevollmächtigte Person als auch betroffene Dritte (zum Beispiel die Bank), damit der Widerruf auch im Aussenverhältnis wirkt.