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Spezialvollmacht erstellen: rechtssicher & widerrufbar nach OR

Erteilen Sie eine Vollmacht nur für ein konkretes Geschäft und begrenzen Sie das Missbrauchsrisiko. Vorlage nach art. 32 ff. OR, jederzeit widerrufbar, als PDF/Word.
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Eine Spezialvollmacht ermächtigt eine Vertrauensperson, ein einziges, klar umschriebenes Geschäft für Sie zu besorgen, statt Ihnen pauschal die gesamte Vertretung zu übertragen. Wer im Spital liegt und seine Steuererklärung fristgerecht einreichen muss, wer ein Auto verkauft, während er im Ausland weilt, oder wer eine einzelne Banküberweisung delegieren will, braucht genau dieses Instrument. Im Gegensatz zur umfassenden Bevollmächtigung beschränkt die Spezialvollmacht den Handlungsspielraum des Bevollmächtigten auf den ausdrücklich genannten Zweck, was sie zum sichersten Werkzeug für punktuelle Stellvertretung nach Schweizer Recht macht. Die Stellvertretung selbst ist im Obligationenrecht (art. 32 ff. OR) verankert, und der Umfang der Vollmacht entscheidet im Aussenverhältnis darüber, wozu der Vertreter Sie verpflichten kann.

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Was ist eine Spezialvollmacht?

Die Spezialvollmacht ist eine schriftliche Erklärung, mit der die vollmachtgebende Person (der Vollmachtgeber) eine andere Person (den Bevollmächtigten) ermächtigt, ein bestimmtes Rechtsgeschäft in ihrem Namen vorzunehmen. Rechtlich handelt es sich um eine Vollmacht im Sinne von art. 33 OR, deren Reichweite durch die Willenserklärung des Vollmachtgebers begrenzt wird. Der Bevollmächtigte handelt nicht für sich, sondern bewirkt mit seiner Unterschrift, dass die Rechtsfolgen direkt beim Vollmachtgeber eintreten.

Der entscheidende Unterschied zur Generalvollmacht liegt im Umfang. Während die Generalvollmacht eine Person für alle oder die meisten Angelegenheiten umfassend bevollmächtigt, bindet die Spezialvollmacht den Bevollmächtigten an ein einzelnes Geschäft oder einen eng definierten Aufgabenkreis. Das hat einen praktischen Grund: Je weiter eine Vollmacht gefasst ist, desto grösser ist das Missbrauchsrisiko. Ein Vertreter, der nur das Auto verkaufen darf, kann nicht zugleich Ihr Bankkonto leerräumen. Wer eine Vollmacht zu weit formuliert, gibt Befugnisse aus der Hand, die er gar nicht abgeben wollte. Aus Sicht der Praxis ist die saubere Umschreibung des Zwecks deshalb keine Formalität, sondern der eigentliche Schutzmechanismus dieses Dokuments.

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Rechtsrahmen

Die Spezialvollmacht stützt sich auf die Bestimmungen über die Stellvertretung im Obligationenrecht, konkret auf die art. 32 bis 40 OR. Nach art. 32 Abs. 1 OR wirkt ein Geschäft, das jemand im Namen eines anderen abschliesst, unmittelbar für und gegen den Vertretenen, sofern eine entsprechende Ermächtigung vorliegt. Diese Ermächtigung ist die Vollmacht. Massgebend ist art. 33 Abs. 2 OR: Der Umfang der Vertretungsbefugnis bestimmt sich nach dem Inhalt der Kundgebung an den Bevollmächtigten oder an Dritte. Daraus folgt der zentrale Grundsatz der Spezialvollmacht, nämlich dass der Vertreter nur so weit verpflichten kann, wie es die Urkunde ausdrücklich vorsieht.

Für die Form gilt der Grundsatz der Formfreiheit: Eine Vollmacht ist nach Schweizer Recht grundsätzlich an keine besondere Form gebunden und wäre theoretisch sogar mündlich gültig. In der Praxis ist die Schriftform unverzichtbar, weil der Bevollmächtigte gegenüber Banken, Behörden oder Vertragspartnern einen Nachweis vorlegen muss. Entscheidend ist der Formzwang nach dem Geschäft selbst: Verlangt das vorzunehmende Rechtsgeschäft eine qualifizierte Form, muss die Vollmacht dieselbe Form aufweisen. Der Kauf oder Verkauf eines Grundstücks erfordert nach art. 657 ZGB die öffentliche Beurkundung, weshalb auch die Vollmacht dazu öffentlich beurkundet sein muss.

Ein weiterer Eckpunkt ist die Widerruflichkeit. Nach art. 34 Abs. 1 OR kann der Vollmachtgeber die Vollmacht jederzeit beschränken oder widerrufen, selbst wenn er vertraglich darauf verzichtet hätte. Erlischt die Vollmacht, sollte der Vollmachtgeber dies auch betroffenen Dritten mitteilen, da diese sich gutgläubig auf eine ihnen früher kundgegebene Vollmacht verlassen dürfen. Die genauen Gesetzesbestimmungen lassen sich in der amtlichen Fassung des Obligationenrechts auf der Plattform Fedlex der Bundesbehörden nachlesen.

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Wann brauchen Sie dieses Dokument?

Der häufigste Anlass ist die vorübergehende Verhinderung. Wer wegen Krankheit, Spitalaufenthalt oder einer längeren Auslandreise ein konkretes Geschäft nicht selbst erledigen kann, überträgt es einer Vertrauensperson für genau diesen Vorgang. Typisch ist die Abwicklung eines Fahrzeugverkaufs samt Anmeldung beim Strassenverkehrsamt, während sich der Eigentümer im Ausland aufhält. Ebenso verbreitet ist die punktuelle Bankvollmacht für eine einzelne Transaktion oder die Vertretung an einer Wohnungsabnahme, wenn der Mieter selbst nicht erscheinen kann.

Im geschäftlichen Umfeld dient die Spezialvollmacht der gezielten Delegation. Eine Geschäftsführerin kann einen Mitarbeiter ermächtigen, einen bestimmten Liefervertrag zu unterzeichnen, ohne ihm Zeichnungsrechte für das gesamte Unternehmen einzuräumen. Auch die Vertretung an einer einzelnen Generalversammlung oder die Einreichung eines konkreten Antrags bei einer Behörde fällt darunter. Wer regelmässig solche Mandate erteilt, sollte die Abgrenzung zur dauerhaften Lösung im Blick behalten und prüfen, ob nicht ein formgültiger Vorsorgeauftrag nach ZGB der passendere Weg ist, sobald es um die Vorsorge für den Fall der Urteilsunfähigkeit geht.

Zwei Sonderfälle verdienen Beachtung. Soll der Bevollmächtigte ein Geschäft mit sich selbst abschliessen, also etwa Ihr Auto an sich kaufen, liegt ein Selbstkontrahieren vor, das nur zulässig ist, wenn die Vollmacht es ausdrücklich gestattet oder ein Nachteil für den Vertretenen ausgeschlossen ist. Und wer eine Vollmacht für ein beurkundungspflichtiges Geschäft erteilt, muss zwingend dieselbe öffentliche Beurkundung wählen, sonst ist die Vertretung wirkungslos.

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Welche Klauseln unsere Vorlage enthält

  • Die genaue Bezeichnung der Parteien nennt Vollmachtgeber und Bevollmächtigten mit vollständigem Namen, Geburtsdatum und Wohnadresse. Eine unklare Bezeichnung führt regelmässig zu Rückfragen bei Banken oder Behörden, die den Vertreter im Zweifel abweisen, bis die Identität zweifelsfrei feststeht.
  • Die präzise Umschreibung des Geschäfts ist das Herzstück der Spezialvollmacht. Statt eines allgemeinen Hinweises wie "Vertretung in finanziellen Angelegenheiten" benennt die Vorlage das einzelne Rechtsgeschäft konkret, etwa den Verkauf eines bestimmten Fahrzeugs mit Marke, Kennzeichen und Stammnummer, damit der Umfang nach art. 33 OR eindeutig feststeht.
  • Die Befristung und Bedingungen legen fest, bis wann und unter welchen Voraussetzungen die Vollmacht gilt. Eine Spezialvollmacht für ein einmaliges Geschäft erlischt sinnvollerweise mit dessen Vollzug, was unnötige Restbefugnisse vermeidet.
  • Der Hinweis auf Substitution und Selbstkontrahieren stellt klar, ob der Bevollmächtigte einen Untervertreter beiziehen und ob er mit sich selbst abschliessen darf. Fehlt diese Regelung, gilt im Zweifel das Verbot des Insichgeschäfts.
  • Die Unterschrift mit Ort und Datum schliesst die Urkunde ab. Bei beurkundungspflichtigen Geschäften ergänzt die Vorlage einen Hinweis auf die erforderliche öffentliche Beurkundung, damit kein Formfehler die Wirkung zunichtemacht.
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Regionale Besonderheiten

In der Schweiz ist das Obligationenrecht Bundesrecht und gilt damit in allen Kantonen einheitlich, weshalb die materielle Wirkung einer Spezialvollmacht von Genf bis St. Gallen identisch ist. Unterschiede entstehen erst dort, wo das beurkundungspflichtige Grundgeschäft ins Spiel kommt, denn die öffentliche Beurkundung ist kantonal organisiert. Massgebend ist, welche Urkundsperson ein Kanton für zuständig erklärt.

In den Kantonen mit freiberuflichem Notariat wie Genf, Waadt, Wallis oder Tessin erfolgt die Beurkundung einer Vollmacht für einen Grundstückkauf durch einen unabhängigen Notar Ihrer Wahl. In Kantonen mit Amtsnotariat wie Zürich, Schaffhausen oder Aargau sind dagegen staatliche oder kantonal bestellte Urkundspersonen zuständig, was Termin und Vorgehen beeinflusst. Wer eine beurkundete Spezialvollmacht für ein Grundstück im Tessin braucht, muss die dort geltenden Zuständigkeiten beachten, selbst wenn er in Bern wohnt, da grundsätzlich der Ort der gelegenen Sache massgebend ist.

Für die alltäglichen, formfreien Spezialvollmachten spielt der Kanton hingegen kaum eine Rolle. Eine schriftliche Vollmacht zur Vertretung an einer Wohnungsübergabe oder zur Abholung eines Pakets wird überall in gleicher Weise akzeptiert. Sobald jedoch ausländische Behörden oder Banken beteiligt sind, kann eine zusätzliche Beglaubigung der Unterschrift oder eine Apostille verlangt werden, was wiederum über die kantonalen Stellen läuft. Wer regelmässig mit Geschäftspartnern zu tun hat, findet bei den Vorlagen zur Unternehmensführung nach Schweizer Arbeitsrecht ergänzende Dokumente für die betriebliche Vertretung.

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So füllen Sie diese Spezialvollmacht aus

Sie beginnen mit der Angabe des Vollmachtgebers und des Bevollmächtigten, jeweils mit vollständigem Namen, Geburtsdatum und Adresse, damit beide Personen zweifelsfrei bestimmbar sind. Im nächsten Schritt umschreiben Sie das einzelne Geschäft so konkret wie möglich, denn von dieser Formulierung hängt ab, wozu der Vertreter Sie verpflichten kann. Beim Fahrzeugverkauf gehören Marke, Kennzeichen und Stammnummer dazu, bei einer Bankangelegenheit die genaue Kontonummer und die Art der Transaktion.

Danach legen Sie fest, ob die Vollmacht befristet ist und ob der Bevollmächtigte einen Untervertreter beiziehen oder mit sich selbst abschliessen darf. Zum Schluss prüft die Vorlage, ob Ihr Geschäft eine besondere Form verlangt, und weist Sie gegebenenfalls auf die nötige öffentliche Beurkundung hin. Das fertige Dokument laden Sie als PDF und Word herunter, sodass Sie es entweder direkt unterschreiben oder vor der Unterschrift noch anpassen. Für verwandte Anliegen rund um Schuldverhältnisse finden Sie in der Rubrik Rechtsdokumente für den Alltag weitere Vorlagen.

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Häufige Fehler, die Sie vermeiden sollten

Der mit Abstand häufigste Fehler ist die zu vage Umschreibung des Zwecks. Wer schreibt "Vertretung in allen Angelegenheiten", hat in Wahrheit keine Spezialvollmacht mehr verfasst, sondern eine Generalvollmacht mit allen Risiken. Banken und Behörden lehnen unklare Vollmachten zudem oft ab, weil sie das Haftungsrisiko fürchten. Ebenso verbreitet ist das Übersehen des Formzwangs: Eine einfach unterschriebene Vollmacht für einen Grundstückkauf ist nichtig, weil das Grundgeschäft die öffentliche Beurkundung verlangt. Wer das nicht beachtet, steht am Beurkundungstermin mit einem wertlosen Papier da.

Ein dritter Stolperstein betrifft das Selbstkontrahieren. Soll der Bevollmächtigte das Auto an sich selbst kaufen, muss die Vollmacht dies ausdrücklich erlauben, andernfalls ist das Geschäft anfechtbar. Viele vergessen ausserdem, eine abgelaufene oder erledigte Vollmacht zu widerrufen, sodass der frühere Vertreter im Aussenverhältnis weiterhin als bevollmächtigt erscheint. Schliesslich unterschätzen manche die Bedeutung der Unterschrift mit Ort und Datum: Ohne sie fehlt der Urkunde die Beweiskraft, und im Streitfall lässt sich nicht belegen, wann die Ermächtigung erteilt wurde. Wer eine Schuld zugleich festhalten will, sollte dafür eine separate Schuldanerkennung als Rechtsöffnungstitel nach art. 17 OR verwenden statt beides zu vermischen.

Wichtige Punkte zum Merken

UMFANG

Nur ein Geschäft, klar begrenzt

Eine Spezialvollmacht ermächtigt eine Vertrauensperson für ein einziges, genau umschriebenes Rechtsgeschäft. Gerade diese enge Zweckumschreibung ist der Schutz: Wer z.B. nur den Autoverkauf delegiert, gibt damit nicht automatisch Zugriff auf Bankkonten oder andere Angelegenheiten. Je präziser Sie Aufgabe, Objekt und Grenzen formulieren, desto kleiner wird das Missbrauchsrisiko im Alltag.

OR 32–40

Vertretung bindet Sie direkt nach aussen

Handelt der Bevollmächtigte in Ihrem Namen, wirken die Rechtsfolgen unmittelbar für und gegen Sie (Art. 32 Abs. 1 OR). Entscheidend ist, was Sie kundgegeben haben: Der Vertreter kann Sie nur im Rahmen der ausdrücklich erteilten Vertretungsbefugnis verpflichten (Art. 33 Abs. 2 OR). Unklare oder zu breite Formulierungen schlagen im Aussenverhältnis auf Sie zurück.

FORM & WIDERRUF

Schriftlich nachweisen, jederzeit widerrufen

Auch wenn Vollmachten grundsätzlich formfrei sind, brauchen Banken, Behörden und Vertragspartner in der Praxis fast immer eine schriftliche Urkunde als Nachweis. Zudem richtet sich die Form nach dem Geschäft selbst: Verlangt das Rechtsgeschäft eine qualifizierte Form, muss die Vollmacht diese ebenfalls erfüllen (z.B. Grundstückverkauf mit öffentlicher Beurkundung). Sie können die Vollmacht jederzeit beschränken oder widerrufen (Art. 34 Abs. 1 OR) und sollten betroffene Dritte informieren.

Häufig gestellte Fragen

In der Regel nicht. Für die meisten Geschäfte des Alltags genügt die einfache Schriftform mit Unterschrift, da nach Schweizer Recht der Grundsatz der Formfreiheit gilt. Eine öffentliche Beurkundung ist nur dann zwingend, wenn das vorzunehmende Geschäft selbst diese Form verlangt. Der klassische Fall ist der Kauf oder Verkauf eines Grundstücks nach art. 657 ZGB, der eine beurkundete Vollmacht voraussetzt. Für den Fahrzeugverkauf, die Vertretung bei einer Wohnungsübergabe oder eine einzelne Bankangelegenheit reicht dagegen die schriftliche Vollmacht mit Datum und Unterschrift aus.

Ja. Die Vorlage ist auf die Bestimmungen über die Stellvertretung im Obligationenrecht (art. 32 ff. OR) abgestimmt und erfüllt die inhaltlichen Anforderungen an eine wirksame Vollmacht. Entscheidend für die Anerkennung ist eine präzise Umschreibung des Geschäfts sowie die eigenhändige Unterschrift des Vollmachtgebers. Solange das zugrunde liegende Geschäft keine qualifizierte Form verlangt, ist die unterzeichnete Vollmacht gegenüber Banken, Strassenverkehrsämtern und anderen Behörden gültig. Bei beurkundungspflichtigen Geschäften müssen Sie zusätzlich die öffentliche Beurkundung veranlassen.

Sie erhalten das fertige Dokument sowohl als PDF als auch als Word-Datei. Das PDF eignet sich für den direkten Ausdruck und die sofortige Unterschrift, während Sie die Word-Version vor dem Unterzeichnen noch anpassen können, etwa um eine zusätzliche Bedingung aufzunehmen oder die Befristung zu ändern. Beide Formate enthalten dieselbe rechtlich abgestimmte Struktur, sodass Sie unabhängig vom gewählten Format ein unterschriftsreifes Dokument in der Hand halten.

Ja. Nach art. 34 Abs. 1 OR können Sie eine Vollmacht jederzeit widerrufen, und zwar auch dann, wenn Sie auf dieses Recht zuvor verzichtet hätten. Der Widerruf sollte schriftlich erfolgen, und Sie müssen ihn nicht nur dem Bevollmächtigten, sondern auch betroffenen Dritten wie der Bank mitteilen. Solange ein Dritter nichts vom Widerruf weiss, darf er sich gutgläubig auf die frühere Vollmacht verlassen. Verlangen Sie die ausgestellte Urkunde zurück, damit der frühere Vertreter sie nicht weiterverwenden kann.

Das bestimmen Sie selbst. Eine Spezialvollmacht für ein einmaliges Geschäft erlischt sinnvollerweise mit dessen Vollzug, also etwa mit dem Abschluss des Fahrzeugverkaufs. Sie können in der Urkunde aber auch eine feste Befristung angeben, nach deren Ablauf die Vollmacht automatisch endet. Ohne ausdrückliche Regelung gilt die Vollmacht bis zum Widerruf oder bis der Zweck erreicht ist. Mit dem Tod des Vollmachtgebers erlischt sie grundsätzlich, sofern nichts anderes vereinbart wurde und keine Regelung über den Tod hinaus getroffen ist.

Der Unterschied liegt im Umfang der Ermächtigung. Die Spezialvollmacht erlaubt dem Bevollmächtigten nur ein einzelnes, klar benanntes Geschäft, während die Generalvollmacht ihn für alle oder die meisten Angelegenheiten umfassend vertritt. Für punktuelle Aufgaben ist die Spezialvollmacht die sicherere Wahl, weil sie das Missbrauchsrisiko begrenzt: Der Vertreter kann nur das tun, wozu er ausdrücklich ermächtigt wurde. Wer eine Vertrauensperson dauerhaft und breit bevollmächtigen will, greift hingegen zur umfassenden Lösung und sollte deren weitreichende Folgen sorgfältig abwägen.

Nur unter Voraussetzungen. Das sogenannte Selbstkontrahieren ist nach der Rechtsprechung grundsätzlich unzulässig, weil ein Interessenkonflikt droht. Zulässig ist es ausnahmsweise, wenn die Vollmacht es ausdrücklich gestattet oder wenn ein Nachteil für den Vollmachtgeber nach der Natur des Geschäfts ausgeschlossen ist, etwa bei einem Kauf zum festen Marktpreis. Möchten Sie, dass der Bevollmächtigte beispielsweise Ihr Auto selbst übernimmt, sollten Sie diese Befugnis im Dokument klar festhalten, damit das Geschäft später nicht angefochten werden kann.

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Aktualisiert am 1. Juni 2026

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