Der Mietvertrag für eine Wohnung ist das vertragliche Fundament jedes Wohnraummietverhältnisses in Deutschland und regelt die wechselseitigen Pflichten von Vermieter und Mieter über die gesamte Mietdauer hinweg. Als unbefristete Vereinbarung über die entgeltliche Gebrauchsüberlassung einer Wohnung unterliegt er dem zwingenden sozialen Mietrecht der §§ 535 bis 577a BGB, das den Mieter als typischerweise schwächere Vertragspartei besonders schützt. Unsere Vorlage ist auf das nicht möblierte Wohnraummietverhältnis zugeschnitten, deckt Kaltmiete, Nebenkostenvorauszahlung, Mietkaution und Hausordnung rechtssicher ab und berücksichtigt die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu Schönheitsreparaturen, Mieterhöhungen und Betriebskostenabrechnung. Sie richtet sich an private Vermieter, Verwalter kleinerer Bestände sowie Mieter, die einen vorgelegten Vertrag prüfen möchten.
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Was ist ein Mietvertrag für eine Wohnung?
Ein Mietvertrag für eine Wohnung ist nach der Legaldefinition des § 535 BGB die schuldrechtliche Vereinbarung, durch die sich der Vermieter verpflichtet, dem Mieter den Gebrauch einer Wohnung während der Mietzeit zu gewähren, während der Mieter zur Zahlung der vereinbarten Miete verpflichtet wird. Der Begriff Wohnraum setzt voraus, dass die Räume tatsächlich zu Wohnzwecken überlassen werden, was den entscheidenden Unterschied zur Geschäftsraummiete und zur reinen Lagerraummiete markiert. Wird ein Objekt gemischt genutzt, etwa Erdgeschoss als Praxis und Obergeschoss als Wohnung, entscheidet nach ständiger Rechtsprechung des BGH der Schwerpunkt der Nutzung über die anwendbare Rechtsmaterie.
Vom Standardmietvertrag über unbefristete Wohnraummiete sind verwandte Vertragstypen sauber abzugrenzen. Der Zeitmietvertrag nach § 575 BGB ist nur unter engen Voraussetzungen zulässig und verlangt die schriftliche Angabe eines qualifizierten Befristungsgrunds, etwa Eigenbedarf, Abriss oder grundlegende Sanierung. Das Mietverhältnis über möblierten Wohnraum innerhalb der Vermieterwohnung folgt einer eigenen Kündigungslogik nach § 549 Abs. 2 Nr. 2 BGB. Die Untermiete schließlich begründet ein zweistufiges Verhältnis, in dem der Hauptmieter selbst zum Vermieter wird und gleichwohl seinem eigenen Vermieter gegenüber haftet. Wer den falschen Vertragstyp wählt, verliert regelmäßig den Schutz oder die Flexibilität, auf die er sich verlassen hatte, weshalb die Typenwahl vor dem Ausfüllen erfolgen muss, nicht danach.
Rechtsgrundlagen
Die rechtliche Architektur des Wohnraummietvertrags ruht auf dem Bürgerlichen Gesetzbuch, konkret den §§ 535 ff. BGB für die allgemeinen Pflichten, den §§ 549 bis 577a BGB für das soziale Mietrecht und den §§ 305 bis 310 BGB für die Inhaltskontrolle vorformulierter Vertragsklauseln. Diese AGB-Kontrolle ist der Hebel, mit dem die Gerichte seit Jahrzehnten den Vertragsbestand reinigen, denn jede vom Vermieter gestellte Formularklausel muss sich an § 307 BGB messen lassen und ist bei unangemessener Benachteiligung des Mieters unwirksam. Die Konsequenz fällt drastisch aus, weil an die Stelle der unwirksamen Klausel die gesetzliche Regelung tritt, nicht etwa eine geltungserhaltende Reduktion. Eine zu strenge Schönheitsreparaturklausel führt also nicht zu einer gemilderten Pflicht, sondern zu gar keiner Pflicht des Mieters.
Neben dem BGB greifen zahlreiche Spezialgesetze ein. Die Betriebskostenverordnung (BetrKV) legt fest, welche Kosten überhaupt als Nebenkosten umlagefähig sind, und ihre Anlage 1 ist die maßgebliche Inventarliste für jede Nebenkostenabrechnung. Das Wirtschaftsstrafgesetz (§ 5 WiStG) und die Mietpreisbremse der §§ 556d ff. BGB setzen Obergrenzen bei der Vereinbarung der Anfangsmiete in angespannten Wohnungsmärkten. Die Heizkostenverordnung schreibt die verbrauchsabhängige Abrechnung von Heizung und Warmwasser zwingend vor, ebenso die Pflicht zur Ausstattung mit fernablesbarer Messtechnik. Aktuelle Entwicklungen betreffen die Neufassung der Mietpreisbremse mit Verlängerung der Geltungsdauer und die fortlaufend verschärfte Rechtsprechung des BGH zur Indexmiete und zur Kappungsgrenze. Der amtliche Volltext aller einschlägigen Normen lässt sich auf Gesetze im Internet – BGB Mietrecht des Bundesjustizministeriums nachschlagen, einschließlich der Verweisungen auf Verordnungsrecht. Die Form ist im Wohnraummietrecht im Grundsatz frei, doch verlangt § 550 BGB für Verträge mit einer Bindung von mehr als einem Jahr die Schriftform, deren Verletzung den Vertrag in einen unbefristeten umqualifiziert und mit gesetzlicher Kündigungsfrist kündbar macht. Eine Beurkundungspflicht besteht nicht, eine notarielle Beglaubigung ist die absolute Ausnahme. Für viele unserer Nutzer ergänzen sich die Mietvorlage und die übrigen Immobiliendokumente nach deutschem Mietrecht, insbesondere das Übergabeprotokoll und die Mietquittung, zu einem konsistenten Vertragspaket.
Wann brauchen Sie diesen Vertrag?
Der klassische Anwendungsfall ist die Erstvermietung einer Eigentumswohnung oder eines vermieteten Hauses an einen privaten Wohnungssuchenden. Sobald der Schlüssel übergeben werden soll, muss ein schriftlicher Vertrag vorliegen, der die Hauptpflichten festhält, sonst gilt der mündlich geschlossene Vertrag mit allen gesetzlichen Auslegungsrisiken zugunsten des Mieters. Ein zweites Hauptszenario ist der Mieterwechsel im Bestand, etwa nach einer Eigenbedarfskündigung oder einem Auszug der Vorgänger. Hier ist eine Aktualisierung der Klauseln zwingend, denn ein Vertrag aus den 1990er-Jahren enthält fast garantiert eine starre Schönheitsreparaturklausel, die nach der ständigen Rechtsprechung des BGH seit VIII ZR 21/13 unwirksam ist.
Ein dritter Fall sind WG-Konstellationen mit mehreren Mietern, in denen die Hauptmieter gesamtschuldnerisch haften und die Eintritts- und Austrittsregeln einzeln zu vereinbaren sind. Wer hier eine Standardklausel ohne Anpassung übernimmt, riskiert, beim Auszug eines einzelnen Mitbewohners die Miete des gesamten WG-Anteils zu verlieren. Ein vierter Anwendungsbereich ist der Aufenthaltsmietvertrag für berufliche Versetzungen über mehr als ein Jahr, der nach § 550 BGB zwingend schriftlich zu schließen ist, sonst gilt er als auf unbestimmte Zeit geschlossen.
Zwei Randfälle verdienen besondere Aufmerksamkeit. Wer eine Einliegerwohnung im eigenen Wohnhaus vermietet, profitiert von der erleichterten Kündigungsmöglichkeit des § 573a BGB mit einer um drei Monate verlängerten Kündigungsfrist, muss diese Konstellation aber im Vertrag sauber dokumentieren. Bei Vermietungen an Empfänger von Bürgergeld oder Wohngeld verlangen die Jobcenter regelmäßig eine Direktauszahlung der Miete, die als Klausel aufgenommen werden sollte, und es ist eine konforme Mietbescheinigung zu erstellen, deren Format Sie unter unseren übrigen Vorlagen aus dem Alltagsrecht finden.
Schlüsselklauseln in unserer Vorlage
- Die Identifizierung der Vertragsparteien und der Mietsache muss bei mehreren Mietern alle erwachsenen Bewohner namentlich nennen und das Mietobjekt nach Straße, Hausnummer, Geschoss und Wohnungslage exakt bezeichnen. Eine Klausel, die nur den Hauptmieter erfasst, lässt spätere Bewohner als reine Besitzdiener gelten und blockiert eine wirksame Kündigung gegenüber dem nicht eingetragenen Partner.
- Die Miethöhe mit Nettokaltmiete, Nebenkostenvorauszahlung und Gesamtmiete ist getrennt auszuweisen, weil nur die Nettokaltmiete die Bezugsgröße für Mieterhöhungen und Kappungsgrenzen darstellt. In Gebieten mit Mietpreisbremse ist außerdem die Vormiete oder die zulässige ortsübliche Vergleichsmiete dokumentiert.
- Die Klausel zur Mietkaution nach § 551 BGB begrenzt die Sicherheit auf höchstens drei Nettokaltmieten und sieht das Recht des Mieters auf Ratenzahlung in drei gleichen monatlichen Raten vor. Die Vorlage hält außerdem die Pflicht zur insolvenzfesten und verzinslichen Anlage fest, deren Verletzung den Mieter zum Zurückbehalt der laufenden Miete bis zur Höhe der Kaution berechtigt.
- Die Betriebskostenklausel verweist auf die Anlage zur BetrKV und konkretisiert die umgelegten Positionen, weil ohne ausdrückliche Vereinbarung nur die Nettomiete geschuldet ist. Der Abrechnungszeitraum, der Verteilerschlüssel und die Frist von zwölf Monaten nach Abrechnungsperiode sind festgeschrieben.
- Die Schönheitsreparaturklausel folgt der vom BGH entwickelten flexiblen Fristenformulierung, vermeidet starre Zeitintervalle und schließt eine Endrenovierungspflicht bei unrenoviert übergebener Wohnung aus, da andernfalls die gesamte Klausel unwirksam ist.
- Die Hausordnung ist als Anlage angefügt und bindet den Mieter, sofern sie ihm bei Vertragsschluss übergeben wurde. Sie regelt Ruhezeiten, Reinigungsturnus für Gemeinschaftsflächen und Mülltrennungsregeln, ohne in die unverzichtbare Privatsphäre der Wohnung einzugreifen.
- Die Kündigungsklausel wiederholt die gestaffelten gesetzlichen Fristen des § 573c BGB von drei bis neun Monaten zugunsten des Mieters und stellt klar, dass eine Verlängerung zulasten des Mieters unwirksam ist.
Regionale Besonderheiten
Bayern kennt aufgrund der Mietspiegel in München, Nürnberg, Augsburg und Würzburg einige der höchsten ortsüblichen Vergleichsmieten der Republik, weshalb die Mietpreisbremse nach Bayerischer Mieterschutzverordnung in einer Vielzahl von Gemeinden gilt. Vermieter in München müssen die Vormiete im Vertrag offenlegen, sobald sie sich auf eine Ausnahme von der Bremse berufen wollen. Der Mietspiegel der Stadt München hat zudem Indikatorcharakter für die gesamte Region Oberbayern, und Abweichungen von mehr als zwanzig Prozent vom Mittelwert sind nach § 5 WiStG strafbar als Mietpreisüberhöhung. Wer in einem Münchner Vorort vermietet, ohne den jeweiligen kommunalen Mietspiegel zu konsultieren, riskiert Bußgelder bis fünfzigtausend Euro.
Berlin ist der politisch aufgeladenste Mietmarkt Deutschlands und hat in den vergangenen Jahren mehrere Modelle der Regulierung gesehen, von denen die Mietpreisbremse nach BlnMietBeG derzeit gilt. Der qualifizierte Mietspiegel wird vom Senat für Stadtentwicklung herausgegeben und ist nach der Rechtsprechung des BGH für Mieterhöhungen verbindlich heranzuziehen. Bei Modernisierungen sind die strengen Vorgaben des § 559 BGB zu beachten, die die Umlage auf acht Prozent der aufgewendeten Kosten pro Jahr beschränken und eine absolute Kappungsgrenze von drei Euro je Quadratmeter über sechs Jahre vorsehen.
Nordrhein-Westfalen mit Köln, Düsseldorf, Bonn und dem Ruhrgebiet zeigt ein gespaltenes Bild. In den Rheinmetropolen gilt die Mietpreisbremse nach der NRW-Mieterschutzverordnung, in vielen Ruhrgebietsstädten dagegen nicht, was bei einer Anmietung über die Stadtgrenze hinweg zu völlig unterschiedlichen Obergrenzen führt. Die Kappungsgrenzenverordnung senkt die Erhöhungsmöglichkeit in Großstädten von zwanzig auf fünfzehn Prozent über drei Jahre.
Hamburg als Stadtstaat hat die Mietpreisbremse flächendeckend eingeführt und betreibt einen besonders ausführlichen Hamburger Mietenspiegel, der nach Baualtersklassen, Wohnlage und Ausstattung sehr fein differenziert. Vermieter sollten die Wohnlagenkarte der Stadt prüfen, bevor sie eine Miete kalkulieren, weil eine fehlerhafte Lageeinordnung in der Praxis der häufigste Grund für erfolgreiche Mieterklagen ist.
Baden-Württemberg legt die Schwerpunkte auf Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Tübingen, in denen die Mietpreisbremse gilt. Eine Besonderheit ist die Vielzahl mittelgroßer Universitätsstädte, in denen Studenten als Mieter überproportional vertreten sind und in denen die Rechtsprechung zur WG-Untervermietung besonders ausgeprägt ist. Die Erlaubnisverweigerung des Vermieters zur Aufnahme eines Mitbewohners nach § 553 BGB scheitert in diesen Städten regelmäßig vor Gericht.
So füllen Sie den Mietvertrag aus
Sie beginnen, indem Sie das Bundesland und die Stadt der Mietsache auswählen, denn von dieser Eingabe hängt ab, ob die Mietpreisbremse, ein qualifizierter Mietspiegel oder eine Kappungsgrenzenverordnung anwendbar ist und in welcher Höhe Sie die Anfangsmiete vereinbaren können. Anschließend erfassen Sie die Parteien, also Vermieter und sämtliche Mieter mit vollständigem Namen, Geburtsdatum und aktueller Anschrift, gefolgt von einer präzisen Beschreibung der Wohnung mit Lage, Wohnfläche, Anzahl der Räume und Zubehör wie Kellerabteil, Stellplatz oder Gartenanteil. Das Formular schlägt Ihnen passende Klauselvarianten für Befristung, Staffelmiete oder Indexmiete vor, sobald Sie die Vertragsform gewählt haben.
Im nächsten Schritt geben Sie die Miethöhe getrennt nach Nettokaltmiete und Nebenkostenvorauszahlung ein, das System rechnet die Gesamtmiete automatisch und prüft anhand des hinterlegten Mietspiegels, ob Ihre Eingabe in einem regulierten Markt zulässig ist. Sie wählen die Modalitäten der Mietkaution, die Schönheitsreparaturklausel mit oder ohne Renovierung bei Einzug und die Tierhaltungsregelung, die nach der Rechtsprechung des BGH nicht generell verboten werden darf. Zum Abschluss laden Sie eine eigene Hausordnung hoch oder übernehmen die Standardhausordnung und laden den fertigen Vertrag als bearbeitbare Word-Datei und als PDF herunter. Wer parallel Arbeitsverträge benötigt, findet die passenden Personaldokumente nach deutschem Arbeitsrecht im selben Stil.
Häufige Fehler
Der häufigste Fehler ist die Übernahme alter Schönheitsreparaturklauseln aus Vertragsvorlagen der 2000er-Jahre, die starre Renovierungsintervalle vorschreiben. Seit der Entscheidung VIII ZR 185/14 des BGH ist eine Klausel, die den Mieter zur Renovierung in festen Fristen verpflichtet, ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Erhaltungszustand, vollständig unwirksam, und der Mieter schuldet bei Auszug keinerlei Renovierung mehr. Der zweite klassische Fehler ist die fehlende oder fehlerhafte Wohnflächenangabe, denn eine Abweichung von mehr als zehn Prozent zugunsten des Vermieters berechtigt den Mieter nach ständiger Rechtsprechung zur entsprechenden Mietminderung über die gesamte Vertragsdauer und zur Rückforderung zu viel gezahlter Miete für drei Jahre rückwirkend.
Ein dritter Fehler betrifft die Mietkaution, die immer wieder als pauschale Bürgschaft, als Bareinzahlung in die Wohnungstür oder als Verrechnung mit der ersten Miete vereinbart wird. Alle drei Varianten sind rechtlich unwirksam und führen dazu, dass die Sicherheit faktisch nicht besteht. Vierter Fehler ist die Nebenkostenklausel ohne Verweis auf die BetrKV, weil ohne explizite Auflistung oder Verweisung nur die Nettomiete geschuldet ist und der Vermieter keine Betriebskosten umlegen kann, selbst wenn er sie tatsächlich aufgewendet hat. Eine pauschale Formulierung wie "alle Betriebskosten gehen zulasten des Mieters" reicht nach BGH-Rechtsprechung gerade nicht aus. Der fünfte Fehler ist die mündliche Befristung ohne schriftliche Fixierung des qualifizierten Grunds, die nach § 575 Abs. 1 S. 2 BGB zur Folge hat, dass der Vertrag als unbefristet gilt und der Vermieter die geplante Eigennutzung erst über eine Eigenbedarfskündigung mit allen Risiken durchsetzen muss.
Häufig gestellte Fragen
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